Die Zukunftsvision

"Einen bekannten Ort neu entdecken"

Aus den ersten kleinen Wünschen, den Bahnhof wieder etwas zu beleben und den Verfall des Gebäudes aufzuhalten, wuchsen im Laufe der Jahre immer neue, immer größere Ideen.
Die Zukunftsvision, die jetzt in der dreijährigen Testphase ausprobiert wird, wurde seit dem Herbst 2019 entwickelt vom Verein Löhne umsteigen. Der Bahnhof e.V., von Löhner Bürgerinnen und Bürgern, der Stadt Löhne, der Stadtbücherei, Vereinen und Verbänden der Region.

 Im März 2020 lud der Verein Interessierte ein, sich und ihre Ideen bei einer öffentlichen Workshopveranstaltung mit einzubringen. Über 150 Löhnerinnen und Löhner nahmen teil und trugen unter dem Motto „Im Bahnhof soll etwas Neues entstehen“ ihre Vorstellungen und Anregungen zu den Zukunftsideen des Vereins zusammen.

 

Fachliche Unterstützung leisteten interdisziplinäre Expertinnen und Experten (u.a. Aat Vos, creative guide, Donderen, Niederlande – Elke Frauns, büro frauns kommunikation | planung | marketing, Münster – Andreas Mittrowann, nachvorndenken, Recklinghausen).

 

Entwickelt wurden fünf Grundlagen, was der Löhner Bahnhof als Dritter Ort in Zukunft sein soll:
•       zentraler Identifikationspunkt für Löhne
•       Sozialraum / Treffpunkt / Ort der sozialen Integration
•       Beispiel für nachhaltiges und ökologisches Handeln sowie für fairen und regionalen Handel
•       Standort für Mobilität
•       neuer Ort der Stadtbücherei Löhne

 

Daraus wurde ein Konzept entwickelt, wie sich die Ansprüche umsetzen lassen könnten:

Ein Kultur- und Bürgerzentrum im Bahnhof:

… im Kern durch die Nutzung der ehemaligen Wartesäle, des ehemaligen Auswanderersaals und weiterer Nebenräume. Die Wartesäle I. und II. Klasse wurden inzwischen durch den Verein und die Stadt von ihren hölzernen Zwischendecke befreit, einfach hergerichtet und ausgestattet.
In Zukunft sollen sie tagsüber geöffnet sein und ohne Konsumzwang Raum für Begegnungen und Austausch bieten. Zusätzlich sollen Seminare, Vereins- und Initiativentreffen oder auch Familienfeiern dort stattfinden können. Kleine Konzerte, Lesungen und Programmkino werden vom Verein und den Kulturbanausen organisiert.

Die Stadtbibliothek im Bahnhof:

Die Stadtbibliothek soll ein Bestandteil des Dritten Ortes im Bahnhof werden. Zunächst wird die Bücherei mit Zeitschriften, Bildbänden und Kinderbüchern im Alten Wartesaal vertreten sein. Der Verein und die Bibliothek intensivieren ihre Zusammenarbeit und probieren die multifunktionale Nutzung der Räume als Ort zum Verweilen, als Ort für Kultur, als Ort für Veranstaltungen aus. Nach der Testphase soll die Stadtbibliothek komplett in den Bahnhof umziehen und sich programmatisch, zeitlich und hinsichtlich weiterer Zielgruppen umfassend öffnen.

Café / Bistro / Lebensmittel im Bahnhof

Zwischen dem Alten Wartesaal und dem Auswanderersaal entsteht eine Zubereitungsküche. Ein Fenster zur Bahnhofshalle bietet Einblicke. Von dieser Küche aus können nicht nur Bahngäste, sondern auch die Besucherinnen und Besucher des Dritten Ortes mit Getränken und einfachen Speisen versorgt werden. Im Auswanderersaal sollen zusätzlich einige Produkte und Lebensmittel angeboten werden. Der Anspruch lautet „fair, regional, bio“.

Mobilitätsstation im Bahnhof:

Die erste Idee war die Einrichtung einer Radstation, geführt von einem örtlichen Händler. Inzwischen ist auch diese Idee größer geworden: Eine Mobilitätsstation als Schnittpunkt aller (auch neuer) Verkehrsträger mit Information, Radstation, Bahnstation und Zugang zu den Gleisen.
 
Das entstandene Nutzungskonzept für den Bahnhof und die Ideen zur Raumnutzung werden jetzt in einer dreijährigen Testphase ausprobiert. Architekten aus dem Verein und seinem Umfeld haben gemeinsam mit der Stadt geprüft, wie sich die entwickelten Ideen zur Raumnutzung umsetzen lassen. Herausforderungen liegen besonders in den Doppel- und Parallelnutzungen, aber auch in den zeitlich aufeinander folgenden Nutzungen der Kooperationspartner. Die finalen Umbauarbeiten werden nun für einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben.
 
Der komplette Wandel des Bahnhofs wird natürlich noch ein paar Jahren dauern, aber der Testbetrieb  der neuen multifunktionalen Nutzung des Bahnhofs beginnt im Sommer 2021. Der Bahnhof dient dann als Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, für Vereine und Gruppen, als neuer Ort für kulturelle Veranstaltungen und als Lesecafé. So soll der Bahnhof Löhne wieder zu neuem Leben erweckt werden und ein zukunftsfähiger und attraktiver Ort der Begegnungen und des Austauschs in der Mitte von Löhne werden.
 
Viele Ideen sind entstanden und einige auch wieder verworfen worden. Das Projekt „Löhne umsteigen. Der Bahnhof“ ist ein laufender Prozess mit vielen Beteiligten und immer wieder neuen Visionen. Doch im Fokus bliebt das gemeinsame große Ziel: den Bahnhof Löhne für die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Löhne zu einem zentralen Ort der Begegnungen werden zu lassen und beispielhaft nach vorne in eine nachhaltige Zukunft zu gehen. Wir sind gespannt, wie groß unsere Vision noch werden wird und wie schnell es Realität sein wird!