… des Zusammentreffens. Sie bieten Menschen Möglichkeiten der Begegnung miteinander und mit Kunst und Kultur.
Der Begriff „Dritter Ort“ entstammt der Soziologie. Dort wird das Zuhause als „Erster Ort“ bezeichnet, die Arbeitsstätte gilt als „Zweiter Ort“. Der „Dritte Ort“ ist ein öffentlicher Ort, ein Ort zum Verweilen, ohne Konsumzwang, für alle Generationen und Kulturen.
Der Löhner Bahnhof soll als Dritter Ort zu einem Ort der Gemeinschaft und Begegnung werden und die Stadtteile weiter zusammenwachsen lassen, denn viele Löhner Bürgerinnen und Bürger fühlen sich nach wie vor eher ihren Stadtteilen verbunden, bezeichnen sich als Gohfelder, Mennighüffener, Obernbecker. Zusammen mit der Werretalhalle, der Musikschule und dem Findeisenplatz kann der Bahnhof Löhne zum lebendigen Zentrum der Stadt werden.
Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW fördert mit der Stärkungsinitiative Kultur ausgewählte Dritte Orte. Damit sollen Kulturorte in ländlichen Regionen entwickelt bzw. weiterentwickelt werden.
In der ersten Förderphase galt die Unterstützung der Entwicklung eines Konzepts. Dieses hat das Büro Frauns aus Münster im Auftrag und in Kooperation mit dem Verein erarbeitet. Das Konzept soll auch die Grundlage für die weiteren Planungen nach dem Testbetrieb sein.
… Löhne umsteigen. Der Bahnhof e.V.
Der Verein „Löhne umsteigen. Der Bahnhof e. V.“ erhielt für den Bahnhof als einen von 26 ausgewählten Dritten Orten in der zweiten Förderphase finanzielle Mittel zur Umsetzung des zuvor entwickelten Konzepts.
In den vergangenen Jahren hat sich im Bahnhof bereits viel verändert: Er wurde renoviert und umgebaut, es wurde diskutiert, gefeiert, gelesen und musiziert. Seit Sommer 2021 bis Herbst 2025 fanden zahlreiche Kulturveranstaltungen statt. Der Auswanderersaal war als Bistro und der Alte Wartesaal als Dritter Ort regelmäßig geöffnet.
Die mehrjährige Testphase als Dritter Ort ist damit erfolgreich gestartet.
Ausblick: Umbau und Zukunft
Zwischenzeitlich wurde ein Architektenwettbewerb für den vollständigen Umbau des Bahnhofs durchgeführt. Die eingereichten Entwürfe stießen auf großes Interesse in der Bürgerschaft. Den Zuschlag erhielt ein Architekturbüro aus Bielefeld. Die Bauarbeiten beginnen Anfang 2026 und sind mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren geplant.
Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie hier:
KULTUR UND WISSENSCHAFT
IN NORDRHEIN-WESTFALEN
Manchmal ist ein Name mehr als nur ein Name.
Manchmal ist er ein Versprechen.
„Löhne umsteigen – Der Bahnhof“ ist genau das:
das Versprechen, dass ein Ort mit Geschichte wieder Bedeutung erhält, und dass Menschen sich hier begegnen können – offen, neugierig und mit Blick nach vorn.
Herkunft und Geschichte
Der Name „Löhne umsteigen“ ist bewusst gewählt. Er geht zurück auf eine bekannte Passage aus dem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque, in der der Bahnhof Löhne als wichtiger verkehrstechnischer Umsteigepunkt während des Ersten Weltkriegs erwähnt wird. Der Satz verweist auf die zentrale Rolle des Bahnhofs im damaligen Eisenbahnnetz – als Ort des Durchgangs, der Weiterfahrt, des Übergangs.
Diese historische Referenz bildet den Ausgangspunkt unseres heutigen Verständnisses. Sie erinnert an die Bedeutung des Bahnhofs als Knotenpunkt – ohne sie zu romantisieren oder zu verfremden.
Gegenwart und Deutung
Im heutigen Kontext erhält das sachliche „Umsteigen“ von damals eine zusätzliche, zeitgemäße Bedeutung. Es steht für einen bewussten Wechsel von Perspektiven und Handlungsweisen.
Gerade im Hinblick auf die ökologische Ausrichtung der Stadt Löhne wird „umsteigen“ zu einem Leitmotiv: für nachhaltiges Denken, für neue Wege in Mobilität und Stadtentwicklung und für ein kulturelles Miteinander, das Verantwortung für kommende Generationen übernimmt. Der Bahnhof als Dritter Ort ist eng mit dieser Haltung verbunden.
So verbindet der Name Geschichte und Gegenwart – ohne sie zu vermischen. Er knüpft an das an, was war, und öffnet zugleich den Blick auf das, was möglich ist.
Haltung und Gemeinschaft
Diese Vieldeutigkeit macht den Namen so stark. Denn „umsteigen“ bedeutet für uns mehr als einen Ortswechsel.
Er steht für einen gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Perspektivwechsel – und für das gemeinsame Gestalten von Zukunft. Der Name hat sich bestätigt: mit jedem Konzert, jeder Lesung, jeder Diskussion, die hier stattgefunden hat. Er trägt die Erinnerung an die vielen Ehrenamtlichen, die mit Zeit, Engagement und Herzblut den Bahnhof aus dem Verfall geholt und zu einem lebendigen Ort für Kultur, Bildung und Begegnung gemacht haben.
„Löhne umsteigen“ bedeutet für uns:
– Perspektiven wechseln
– anders denken
– gemeinsam etwas bewegen
Zukunft
Und ja – es bedeutet auch, in eine neue Zeit umzusteigen. In eine Zeit, in der wir den Herausforderungen von Klimawandel, sozialem Wandel und kultureller Teilhabe nicht ausweichen, sondern ihnen mit Haltung begegnen. Dieser Ort steht nicht für Nostalgie, sondern für Verantwortung – für das, was war, und für das, was kommt.
Nach dem Umbau kehren wir zurück – nicht ins Alte, sondern in ein Neues, das weiterträgt, was wir gemeinsam begonnen haben. Denn wer umsteigen will, muss wissen, woher er kommt.
„Löhne umsteigen“ ist nicht nur ein Name über einer Tür. Es ist unsere Geschichte. Unsere Zukunft. Unsere Stadt.“